Glück für jeden Tag

 

 

 

Glück ist kein im Außen stattfindender Zustand, sondern in erster Linie ein Gefühl höchster Zufriedenheit und Erfüllung, und das kann sich bestimmt einstellen, wenn man alles richtig gemacht hat. Aber interessanterweise sind manchmal auch Leute glücklich, die anscheinend alles falsch gemacht haben. Offenbar spielen hier auch individuelle Faktoren eine Rolle, wie die Art des Denkens, welche Prioritäten man setzt, welche Werte jemand hat und welche Prinzipien ihm wichtig sind, usw. Daher kann es weder eine allgemeingültige Definition von „Glück“ geben, noch eine für alle Menschen gleichermaßen passende Anweisung, wie man es erreicht.

 

 

 

Nach meiner Erfahrung ist Glück also eher eine Einstellungssache als das Ergebnis äußerer Faktoren, und an der eigenen Einstellung kann man „glücklicherweise“ arbeiten!

 

 

 

Ein glückliches Gefühl stellt sich leichter ein, wenn man entspannt ist, also ist Entspannung eine wichtige Voraussetzung. Ich gehe davon aus, daß Du schon eine bequeme Lage beim Sitzen oder Liegen gefunden hast, anderenfalls wird es jetzt Zeit, sich eine zu suchen. Mach es Dir so bequem wie möglich, damit Du Dich in aller Ruhe der Welle der Entspannung überlassen kannst, die durch Deinen Körper rollt, sobald Du beginnst, vom Kopf bis zu den Füßen in alle Gliedmaßen und Körperteile sorgfältig und behutsam hineinzuspüren. Stelle einfach fest, wie es der Armmuskulatur oder dem Bauch oder dem linken großen Zeh so geht, ohne etwas Bestimmtes spüren zu sollen. Was auch immer Du da spürst, ist in Ordnung. Fühle Dich einfach in Dich ein, nimm alles wahr und erkenne es an, genauso wie Du anerkennen kannst, daß sich danach im betreffenden Körperteil eine wohlig warme Entspannung ausbreiten wird. Laß es einfach von selbst geschehen.

 

 

 

Und häufig ist es so, daß man sich in der Freizeit oder im Urlaub glücklich fühlt, wenn man am Meer an einem feinen Sandstrand liegt oder auf einer Hüttenbank nach einer Bergwanderung in der Sonne und die Wärme und Entspannung genießt, die sich im Körper ausbreitet, während man stolz und froh ist, in diesem Moment an diesem Ort zu sein. Laß einfach solche Erinnerungen aus Deiner Seele aufsteigen, an verschiedene Zeiten, an verschiedene Orte, deren gemeinsame Eigenschaft ist, daß Du Dich dort und in diesem Moment sehr, sehr wohl fühlst. Denn je mehr Du in diesen Erinnerungen schwelgst, desto mehr Wohlgefühl stellt sich jetzt in genau diesem Moment ein, denn Gefühle erinnert man nicht mechanisch wie ein auswendig gelerntes Gedicht, sondern erinnerte Gefühle durchlebt man aufs Neue, und das kann sehr schön und angenehm sein und auch eine gute Übung, um zu lernen, glücklich zu sein.

 

 

 

Und worauf ich Dich aufmerksam machen will, ist die Tatsache, daß ein kleines Glück langfristig ein viel größeres Glück sein kann als ein großes. Ein großes Glück wie ein Lottogewinn oder eine neue Liebe ist natürlich eine wunderbare Sache, aber es führt zu einem Ausnahmezustand, in dem sich der ganze Mensch wie umgekrempelt fühlt, und das ist nicht lange auszuhalten. Ein stilles kleines bescheidenes Glück hingegen kann sehr lange anhalten, und es kann viel leichter immer wieder erreicht werden.

 

 

 

Es sind die wirklich einfachen Dinge, die glücklich machen können. Zum Beispiel im jeweiligen Tun aufzugehen, Zeit und Raum zu vergessen und eins zu werden mit der Tätigkeit. Anstatt schnell eine Mail in den Computer zu hämmern, kann man manchmal auch einen Brief schreiben, mit Ruhe und Besinnung, vielleicht sogar mit einem Füllfederhalter auf einem glatten weißen Papier, auf dem die Feder wie von selbst läuft und man den eigenen Gedanken ebensogut lauschen kann wie dem leisen Kratzen der Feder auf dem Papier.

 

Und selbst wenn man mit dem Computer schreibt, kann es einen großen Unterschied machen, wenn man sich die Zeit nimmt, ein bißchen langsamer und bewußter zu schreiben, um die Gymnastik der Finger und das leise Klickern der Tasten zu genießen.

 

 

 

Der Punkt ist: Dein Alltag und Deine Umgebung sind voller Möglichkeiten, in einem einfachen, aber achtsam und bewußt ausgeführten Tun zu Dir selbst zurückzufinden, die Hektik des Alltags für einen Moment draußen zu lassen und ganz Du selbst zu sein – beim Entzünden einer Kerze mit einem Streichholz, bei der aufmerksamen Pflege einer Zimmerpflanze auf der Fensterbank, beim achtsamen Schnippeln von Gemüse für die nächste Mahlzeit, was auch immer Du tust und Dir hilft, ein Stück Ruhe, Selbstbesinnung und Frieden in Deinen Alltag zu bringen.

 

 

 

Und dabei kannst Du Dich einfach daran freuen, da zu sein. Luft zum Atmen zu haben, die sanft und ruhig an den Nasenflügeln vorbeizieht und Dir selbstverständlich und kostenlos zur Verfügung steht. Die Erdanziehung erlaubt uns, fest und sicher auf dem Boden zu stehen, eine gut gegründete und zuverlässige Ausgangsbasis für alle anderen Aktivitäten des Lebens. Ein Dach über dem Kopf zu haben, ein in wesentlichen Belangen reibungslos funktionierender Körper, sauberes Wasser und ausreichend Nahrung sind sehr grundlegende Dinge für ein gutes Leben - ohne Extravaganz, aber im Grunde ein wunderbarer Luxus, der glücklich machen darf.

 

 

 

Ich bin da!

 

Ich darf sein!

 

Ich habe Luft zum Atmen!

 

Ich kann aktiv sein und mein Leben selbst gestalten!

 

Alles ist gut!

 

Ich bin so glücklich….

 

 

 

Und nun kannst Du dieses zarte Glückgefühl tief in Dein Herz aufnehmen, damit es Dir immer und überall zur Verfügung steht, wenn es jetzt allmählich wieder Zeit wird, in den Alltag zurückzukehren mit einem Strahlen in den Augen und einem sehr zufriedenen Gefühl im Bauch, daß das Glück, recht betrachtet, eigentlich leicht und immer und überall erreichbar ist. Erinnere Dich daran, so oft Du es brauchst,

 

wenn jetzt wieder Kraft und Aktivität in den Körper zurückkehren

 

mit einem tiefen Atemzug

 

sich räkeln und strecken

 

mit klarem Geist und Gemüt

 

die Augen öffnen

 

und mit einem guten Gefühl wieder ganz da und wach sein!